alltag

Montag, 16. Juli 2007

Der Wind in den Weiden

Honigsaum und Kröterich verbringen ihre Freizeit sinnvoll auf einer Kanutour in Letzeburg. Kaum eingestiegen in ihr wunderschönes blau-grün-verlaufendes (degradé!) Zweierkajak, fangen beide an, kräftig zu paddeln. Leider klappt es mit der Abstimmung noch nicht ganz optimal, so dass das Boot unter den Augen der grinsenden niederländischen Kanuverleiher erstmal ins Gebüsch fährt. Gnädigerweise naht aber bereits die erste Stromschnelle, die bravourös mit hochgenommenen Paddeln gemeistert wird. Hochstimmung. Danach kommt ein sehr idyllischer, ruhiger Flussabschnitt mit blauen Libellen, Schmetterlingen und einer fünfköpfigen Schwanenfamilie, deren Ruhe jetzt jedoch vorbei ist, da zum einen wie wild gerudert wird, was bewirkt, dass das Boot im Slalomkurs von einem Flussufer zum anderen schießt, und zum anderen das Gezeter beginnt. Der Kröterich: "Du musst eintauchen, wenn ich eintauche!", "Du ruderst ja gar nicht!", "Mit Kraft! Du musst Kraft reinlegen!" Honigsaum: "Wenn du immer auf derselben Seite paddelst, fahren wir natürlich ins Gebüsch!", "Du musst abwechselnd links und rechts rudern!", "Wir haben gar keinen Rhythmus! Wir müssen einen Rhythmus finden!"
Die nächste Schnelle naht, ein Segen, Ruder hoch, alles glatt gegangen! Unglücklicherweise ist das folgende Fahrwasser wieder ruhig. Der Kröterich zetert. Honigsaum beschließt, ein Päuschen einzulegen, um ein Butterbrot zu essen, das ist schließlich alles sehr kräftezehrend. Das gibt dem Kröterich die Gelegenheit, ganz allein, wild und mit Kraft seine Paddel zu gebrauchen. Endlich kann er mal zeigen, wie es geht! Gott sei Dank ist niemand in der Nähe, als das Boot eine Volte nach der anderen beschreibt, immer schön im Kreis herum.

Nach diesem Erlebnis ist der Kröterich etwas kleinlauter geworden und erkundigt sich sogar nach den früheren Kanuerfahrungen Honigsaums. Kaum hat er etwas über Dreisterneschnellen und Langtouren vernommen, ist er wieder angestachelt und plant die nächste, gigantische Wildwassertour in Frankreich. Mittlerweile sind die Hosen bis zum Bauchnabel durchnässt, man sitzt in einer Pfütze, die Bremsen blasen zum Angriff. Trotzdem ist es irgendwie friedlicher geworden, Holzbrücken und Landschaften ziehen vorbei, eine Wasserratte zieht lautlos ihre Bahn.

Einen kleinen Zwischenfall gibt es noch, als sich in einer Stromschnelle das Boot querstellt und drei Gestalten in einem Kanadier dahinter daraufhin kentern. "Oh, verdammt, die Kippen!", rufen sie noch, dann plantscht es, und Honigsaum und Kröterich sind weitergezogen.

Dienstag, 10. Juli 2007

Krank trotz Gummi

Immer noch Halsweh. Aber schon einen einwöchigen Säugling auf dem Arm gehabt (der auch lange Zeit nicht schrie). Knut darf nicht mehr mit seinem Pfleger spielen. Die Unwetterwarnung steht auf "markantes Wetter". Blau werden wir hier nicht. (Auch nicht gegen die Erbärmlichkeit.) Ach ja, und ich hab nicht mehr länger widerstanden und mir doch noch Gummischuhe gekauft! Mary-Janes! Mit Stickern.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Wasserstandsmeldung

Heute ist Siebenschläfer. Es stürmt, regnet jedoch nicht. Ich bin immer noch mit der Aufarbeitung meines Schlafdefizits beschäftigt. Sonst sitze ich auch gern auf meinem neuen Drehstuhl mit Wippfunktion und denke über die Anschaffung einer Bengalkatze (Filialgeneration 4) nach.
In der Küche sitzt der Kröterich in seiner Bratjacke (ist ja schattenkalt) und verschlingt seinen neuesten Sekten-Teufels-Irren-Reißer, während er literweise Karokaffee in sich hineinschüttet. Heuschnupfenbedingt lugt er unter einem Berg von Papiertaschentüchern hervor, niest ab und zu und schimpft ansonsten über den aus Funk und Fernsehen dringenden "verkoksten Frohsinn" (keine Namen!). Am Telefon ist der Ton abgestellt.

Sonntag, 8. April 2007

Zwangsmaßnahmen gegen die Fernsehindustrie

Die allgegenwärtige Fernsehwerbung (und besonders die nächtliche ) zwingt zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Heute Nacht kam ein Film auf Tele 5 (nach 2 Uhr morgens euphemistisch der "Flirtkanal" genannt), den ich gern sehen wollte. (Es war "Telefon" mit Charles Bronson, ein Film um sowjetische Schläfer, die glauben, sie seien echte Amerikaner und in den USA leben, bis sie einen Anruf erhalten: "Des Waldes Dunkel zieht mich an | Doch muss zu meinem Wort ich stehen | und Meilen gehen | bevor ich schlafen kann." Dann verwandeln sie sich in Attentäter.) Tele 5 zeigt den Film nur in der oberen linken Ecke des Bildschirms. Unten und rechts sind dicke rote Leisten, auf denen die von Zuschauern eingeschickten SMS erscheinen, oft noch mit einem Foto auf dem rechten Balken, sowie Laufbänder, die die Zuschauer auffordern, sich XXX-Fotos irgendwo runterzuladen usw. Mit einem Wort, der Film wird unsehbar.

Aber schon nahen Honigsaum und ihr Zauberkröt. Mit Hilfe schwarzer Müllsäcke aus dem letzten Hollandurlaub werden die bösen roten Balken einfach abgeklebt. Der Bildschirm wird dadurch zwar kleiner, aber störungsfrei. Ein Problem sind nur die Werbepausen (ja, die gibts noch zusätzlich), weil die Fernbedienung nicht durch den Müllsack hindurch funktioniert. Der Kröterich muss dann die Folie unten links kurs lüpfen, während Honigsaum auf die Stummtaste drückt.

Schöner Film.

Samstag, 31. März 2007

Bauchschmerzen

Heute Morgen bin ich mit einem Magen aufgewacht, der sich wie ein Knoten anfühlt. Das war auch gestern Abend schon so, nur dass mir da auch noch kotzschlecht war. Die Leute feilschen mit mir und schleimen mich an. Und ich tue mein Möglichstes, um mir die Antipathie, die das in mir auslöst, nicht anmerken zu lassen. Denn sie haben ein Recht darauf und oft genug auch Erfolg. Und die Alternative wäre, ein Gespräch gar nicht mehr zuzulassen.

Sonntag, 4. März 2007

Ponyhof

Für alle, die sich irgendwelche Illusionen machen: Die Harmlosigkeit meines Lebens ist nicht mehr zu überbieten. Ich arbeite unter der Woche, gucke fern, gehe am Wochenende auf eine Party, später spazieren, zwischendurch lese ich was, koche, höre Musik... Fehlen nur noch die Ponies vor der Tür. Überlege, ob ich auf einen Gutshof ziehe.

Mittwoch, 7. Februar 2007

Quittung

Kaum schrei ich nach einer Pause, krieg ich den Norovirus (drei Tage war der Frosch so krank). Na, vielen Dank. Das wird mich lehren, mit meinen Wünschen vorsichtiger zu sein.

Freitag, 26. Januar 2007

Kaputt

Es ist noch so viel Monat übrig, jede Penunze ist sowieso schon verplant, und dann gibt die Spülmaschine ihren Geist auf! Der Kröterich hat geschraubt, geflucht, sich erkundigt, einen Voodoo-Zauber veranstaltet, aber es hat alles nichts genutzt. Jetzt klebt ein rosa Zettel dran: "Kaputt. Verm. Pumpe. Müssen wir neu kaufen."
Falls ich zwischenzeitlich vergesse, was Sache ist.

Freitag, 5. Januar 2007

Gehen

Ich gehe jetzt zu Fuß zum Fahrradladen, dann zu Fuß in den Regalladen und danach zu Fuß ins Café. Und zu Fuß nach Hause.

Sonntag, 12. November 2006

Ein Sonntag - am Schreibtisch

Die Gans ist verzehrt, die Laune wieder gebessert. Ich hoffe, irgendwann wieder von diesem Karrieretrip herunterzukommen. Ich hab eigentlich immer geglaubt, ich wäre keine von denen, die leben, um zu arbeiten. Irgendwie scheint sich aber etwas verselbstständigt zu haben, und ich funktioniere wie eine Maschine, immer weiter, weiter, weiter.

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Zuletzt aktualisiert: 9. Okt, 14:08

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